Unser Konzept
Pädagogische Ziele
An erster Stelle steht für uns, den Kindern möglichst viel Liebe und Nestwärme zu geben. Die Krabbelstube soll ein Ort der Freude sein, den die Kinder gerne besuchen und wo sie mit all ihren Besonderheiten ernst genommen werden. Darüber hinaus wollen wir die Kinder in ihrer Entwicklung gezielt anregen und fördern. Wir arbeiten auf der Grundlage der Pädagogik der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler und nach Gesichtspunkten der Waldorfpädagogik. Aus diesen Aspekten bilden sich für uns grundlegende Ansätze und Ziele unserer Arbeit heraus. Die wichtigsten Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit mit Kindern sind:- Den Kindern Geborgenheit vermitteln, denn nur aus stabilen Beziehungen lernen Kinder sich aus eigener Initiative zu bewegen und zu spielen.
- Durch die Gestaltung der Umgebung selbständiges Lernen ermöglichen. Das heißt, wir Pädagogen schaffen eine " Vorbereitete Umgebung", in welcher das Kind selbsttätig werden kann, ohne aktiven Gefahren ausgesetzt zu sein.
- Wir legen Wert darauf, die Besonderheiten eines jeden Kindes zu berücksichtigen und im Umgang mit ihm seine Persönlichkeit zu wahren.
- Wir respektieren und unterstützen das Bedürfnis der Kinder, sich kognitiv und körperlich in ihrem Zeitmaß und ihren Interessen entsprechend zu entwickeln.
- Eine liebe- und respektvolle Begleitung von Entwicklungsprozessen.
- Das Schaffen größtmöglicher Freiräume, in denen sich die Kinder bewegen und ihre Aktivitäten selbst aussuchen können.
- Die Anregung der Sinne durch Fantasie fördernde, möglichst naturbelassene Spielmaterialien und durch schöne Form und Farbgestaltung der Räumlichkeiten. Im Kleinkindalter sind gerade diese Sinnes- Erfahrungen die Basis zum Begreifen der Umwelt.
- Ein fester Tages- Wochen- und Jahresrhythmus.
- Eine gesunde und vollwertige Ernährung und die Schaffung einer häuslichen Atmosphäre, in der die Kinder sich wohl und geborgen fühlen können.
Tagesablauf, Ernährung
Tagesablauf
Der Tagesablauf ist so strukturiert, dass Kindern das Zusammenleben erleichtert wird. Es gibt keine starre Ordnung, sondern einen Rhythmus, der für Kinder zur Orientierungshilfe wird. Die Kinder können von 8.00 Uhr bis 8.45 Uhr gebracht werden. Um 9.00 Uhr wird in der Küche ein gemeinsames Frühstück eingenommen.Anschließend werden die Kinder der Witterung entsprechend angezogen. Häufiges Ziel der täglichen Ausflüge, ist der nahe gelegene Bürgerpark. Regelmäßig unternehmen wir Ausflüge z.B. in den Wald, das Vivarium, ein Museum.
Nach der Rückkehr gegen 11.30 Uhr werden Hände gewaschen und alle treffen sich zu einem gemeinsamen Mittagskreis. Hier wird gesungen, es werden Geschichten erzählt oder Fingerspiele gemacht. Um 12.00 Uhr beginnt das gemeinsame Mittagessen in der Küche, das stets von einem Elternteil in der Kabbelstube frisch zubereitet wird. Bei extrem schlechter Witterung (Hagel, Sturm) kommen die Kinder früher zurück (oder gehen später raus) und haben Gelegenheit zum Spielen. Nach dem Essen werden die (Wickel-)Kinder gewickelt. Sie haben Gelegenheit sich im Gruppenraum, je nach Bedürfnis auszuruhen oder zu schlafen. Nach der Ruhepause wird ein Snack bereitgehalten. Danach haben die Kinder die Möglichkeit die verbleibende Zeit in der Krabbelstube mit freiem Spiel zu verbringen.
Ernährung
Wir legen Wert auf eine altersgerechte, ausgewogene und vegetarische Ernährung. Die Mahlzeiten werden in der Einrichtung von den Eltern frisch zubereitet. Besonders wichtig ist uns die Qualität der Lebensmittel. Wir verwenden ausschließlich Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau. Als Getränke bieten wir Wasser, ungesüßten Fruchtsaft oder Kräutertee.Spielzeug, Kreativität, Rhythmus und Jahresfeste
Spielzeug
Da das Spielzeug ein wesentlicher Teil der Umwelt unserer Kinder ist, achten wir besonders auf die Qualität und Nutzbarkeit. In unserer Einrichtung gibt es überwiegend Natur belassenes Holzspielzeug. Aber auch verschiedene Naturmaterialien wie Schafwolle, Muscheln, Äste und Holzstücke, pflanzengefärbte Seidentücher und vieles mehr. Diese " Unfertigkeit" der genannten Dinge lässt Raum für Fantasie und macht viele Spielsachen flexibel nutzbar. Aus einem Holzhocker beispielsweise wird ein Boot oder ein Puppenbettchen.Kreativität
Um kreativ zu sein, benötigt man Fantasie und innere Beweglichkeit. Kleine Kinder entfalten sich am besten, wenn sie sich nicht an vorgegebene Regeln oder Anleitungen halten müssen. Kinder lieben es, Dinge zu verwandeln und umzuformen, die sie in ihrer Umgebung sehen. In unserer Einrichtung bieten wir Kindern vielfältige Möglichkeiten schöpferisch und kreativ tätig zu sein.Dazu gehört zum Beispiel das Plastizieren mit Ton oder Bienewachs, Malen mit Aquarellfarben oder Wachskreiden. Ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl der Materialien ist die ökologische Verträglichkeit. Kinder wollen die verschiedenen Materialien nicht nur anfassen, sondern riechen und sich durch den Einsatz aller Sinne mit deren Eigenart vertraut machen.
Rhythmus und Jahresfeste
Kinder lieben Gewohntes und Wiederholungen. Es gibt ihnen Sicherheit und ist eine grundlegende Vorraussetzung für ein gesundes Urvertrauen. Wir Erzieher kommen diesem Bedürfnis durch einen strukturierten Tagesablauf mit festen Ritualen entgegen. Die Kinder finden sich harmonischer in ihre Umwelt hinein, wenn sie immer wieder Vertrautes erleben, das in regelmäßigem Wechsel wiederkehrt. Der Alltag in unserer Einrichtung wird durch verschiedene Rhythmen begleitet, dazu gehört ein Mittagskreis, das gemeinsame Essen, Lieder und Geschichten, die wir wiederholen und so den Kindern vertraut machen. Der Ablauf des Tages und auch der ganze Jahreskreis werden in unserer Einrichtung rhythmisch gestaltet. Das Feiern der Jahresfeste, wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Johanni, Nikolaus und natürlich der Geburtstag der Kinder ist ein fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit in unserer Einrichtung. Für jede Jahreszeit fertigen wir mit den Kindern Schmuck oder legen Mitgebrachtes von Spaziergängen, wie Blätter, Hölzer, Kastanien, Moos usw. auf einen dafür vorgesehenen Jahreszeitentisch.Teamarbeit
Anforderungen, die an jedes Teammitglied gestellt werden, sind die Bereitschaft, selbstverantwortlich zu Arbeiten und die individuellen Fähigkeiten in die Arbeit mit dem Team und in der Gruppe umzusetzen.In der Krabbelstube werden die Leitungstätigkeiten zwischen allen BetreuerInnen aufgeteilt, um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ohne hierarchische Strukturen zu ermöglichen. Die Teamarbeit gewinnt dadurch an Priorität, da von der Zusammenarbeit und der Kooperation letztendlich die pädagogische Qualität in der Gruppe abhängig ist. Wöchentliche Teamsitzungen bilden den Rahmen, in welchem die gemeinsame Reflexion, Planung und Organisation stattfindet. Das Erstellen von Entwicklungsverläufen anhand von Beobachtungsmappen in der Vor- und Nachbereitungszeit helfen, um spezielle Planungen vorzubereiten und Entwicklungsprozesse der Kinder zu erkennen.
Um Konfliktsituationen zwischen dem Fachpersonal und schwierige Situationen mit Kindern im gemeinsamen Alltag positiv bewältigen zu können, gibt es halbjährlich die professionelle Unterstützung durch Supervision. Die ErzieherInnen orientieren sich in der täglichen Arbeit mit den Kindern an dem gemeinsam erstellten Konzept. Dieses bildet den Rahmen für die pädagogische Arbeit und sollte von Zeit zu Zeit erneuert, ergänzt und reflektiert werden. Neue Praktikantinnen bzw. Praktikanten hospitieren vor ihrer Einstellung in unserer Einrichtung. Während dieser Zeit haben auch die Eltern Gelegenheit, diese kennenzulernen. Um pädagogische Verhaltensweisen reflektieren und erläutern zu können findet einmal die Woche ein Praxisanleitungsgespräch statt.
Elternarbeit
Das Ziel der Elternarbeit in der Krabbelstube liegt in einer Erziehungspartnerschaft, die durch Kooperation zwischen den Eltern und den BetreuerInnen der Krabbelstube erreicht werden sollte. Das verlangt: Familie und Krabbelstube öffnen sich füreinander, machen ihre Erziehungsvorstellungen transparent und kooperieren zum Wohle der Kinder. Die Eltern erkennen die Bedeutung der jeweils anderen Lebenswelt für das Kind an und teilen die Verantwortung für die Förderung der kindlichen Entwicklung.Das Kind findet bei einer Erziehungspartnerschaft von Eltern und ErzieherInnen die besten Entwicklungsbedingungen vor: Es erlebt, dass Familie und Krabbelstube an seinem Wohl und aneinander interessiert sind, sich ergänzen und wechselseitig bereichern. Die Arbeit in der Krabbelstube kann letztlich ohne eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern nicht erfolgreich sein, da sie in hohem Maße die kindliche Entwicklung prägt.